Romane

Kino im Kopf

Romane haben mich mein Leben lang begleitet. Ich bin mit ihnen gewachsen, körperlich und auch geistig. Zur Freude an fast allem Neuen und einer tief verwurzelten Neigung, den Dingen auf den Grund zu gehen, kam im Studium ordentliches Recherchieren hinzu. Im Journalismus ist das ohnehin selbstverständlich, und als ich später schließlich Bücher lektorierte und im Entstehungsprozess begleiten durfte, hat sich plötzlich alles zu einem runden Ganzen verdichtet.

Lesen ist nicht genug

Was ich an Romanen so mag, ist der „Film“, der sich in meinem Kopf aus den Erfahrungen und Gedanken anderer Menschen zu etwas ganz Neuem zusammensetzt, etwas, das ganz mein Eigenes ist. Ich kann mich zwar mit anderen darüber austauschen, Rezensionen schreiben, aber „der Film“ ist mein eigener, die Figuren sehe nur ich, die Schlüsselerlebnisse und die folgende Entwicklung, die Wendepunkte und den Höhepunkt: So wie ich das sehe, sieht es kein anderer. Da kann kein noch so guter Film mithalten, weil er schon immer seine Grenzen mitliefert.

Schreiben als Gestalten

Mit diesem Bewusstsein gehe ich auch an mein Schreiben heran. Themen oder auch Figuren springen mich an, arbeiten eine Weile in mir, und je nachdem, wie stark sie meinen Forscherdrang befeuern, beginne ich mit der Recherche. Schon dabei wird klar, ob die Geschichte etwas taugt oder in den Papierkorb wandert. Richtig spannend wird es, wenn ich nachts aufstehe und mit Füller die ersten zehn, zwanzig Seiten skizziere, grobe Plotentwürfe oder Charakterzeichnungen. Wenn das auch noch funktioniert, wenn die Story spannend bleibt, fange ich irgendwann an, Texte, die ich mit grüner Tinte entworfen habe, als weiteren Entwurf in den PC zu diktieren. Der weitere Schreibprozess ist immer wieder neu und kann ganz unterschiedlich ablaufen. Aber immer ist es so, dass das Schreiben umso einfacher wird, je klarer ich die gesamte Geschichte schon vorher sehe – als meinen eigenen Film im Kopf.

Die Macht der Figuren

Es hängt stark von der Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit der Figuren ab, ob sie als Serienhelden taugen – oder nicht. Obwohl Serien heute überall gefragt sind, habe ich die Laura-Fowler-Serie nicht bewusst als solche angelegt. Die Figurenkonstellation und -tiefe hat das einfach nahegelegt. Zumal ein Ermittlerteam serientauglicher ist als eine Thriller-Hauptfigur, die als Serienheld immer wieder per Zufall in irgendwelche Verbrechen hinein gezwungen wird.

Weitere Projekte

Der zweite Jugendroman ist gerade im Satz, erscheint Anfang nächsten Jahres. Zurzeit schreibe ich an einem deutschen Jugendroman. Danach wartet ein deutscher Thriller auf Überarbeitung. Und dann habe ich als neues Projekt einen Familienroman im Auge.

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